Veröffentlicht am März 15, 2024

Entgegen der landläufigen Meinung ist nicht das falsche Make-up das Problem, sondern eine geschwächte Hautbarriere, die Ihnen Signale sendet.

  • Ein brennendes Gefühl beim Auftragen deutet auf eine durchlässige Schutzschicht hin, oft verschlimmert durch kalkhaltiges Wasser.
  • Ein fleckiges oder „kuchenartiges“ Finish ist kein Versäumnis des Primers, sondern ein Hilferuf der Haut nach der richtigen Balance aus Feuchtigkeit und Lipiden.

Empfehlung: Betrachten Sie Ihr Make-up als Diagnose-Werkzeug. Anstatt die Symptome zu überdecken, konzentrieren Sie sich auf die Heilung der Hautbarriere von innen und aussen – für einen Teint, der auch ohne Make-up strahlt.

Sie kennen das Gefühl sicher: Sie investieren in eine hochwertige Foundation, die online und im Laden perfekt aussah, doch auf Ihrer Haut brennt sie, setzt sich unschön ab oder wirkt nach wenigen Stunden fleckig und maskenhaft. Die erste Reaktion ist oft, das Produkt zu beschuldigen oder in weitere Hilfsmittel wie Primer, Puder und Setting Sprays zu investieren. Doch diese Lösungen bekämpfen nur die Symptome, nicht die eigentliche Ursache. Als medizinische Kosmetikerin sehe ich täglich, wie Frauen versuchen, Hautprobleme zu überdecken, anstatt sie an der Wurzel zu packen.

Die Wahrheit ist: Wie Ihr Make-up auf Ihrer Haut aussieht und sich anfühlt, ist das direkteste Feedback, das Sie über den Zustand Ihrer Hautgesundheit bekommen können. Es ist ein hochpräzises Diagnose-Werkzeug. Ein brennendes Gefühl, Trockenheitsfältchen, die betont werden, oder eine ölige T-Zone, die die Foundation „auffrisst“ – all das sind keine Make-up-Fehler, sondern Signale einer kompromittierten Hautbarriere. Dieses empfindliche Ökosystem aus Lipiden, Feuchtigkeit und Mikroorganismen ist der wahre Schlüssel zu einem makellosen Teint.

Doch was, wenn die wahre Lösung nicht darin liegt, eine bessere Abdeckung zu finden, sondern darin, die Haut darunter so zu heilen, dass sie kaum noch etwas zu verbergen hat? Dieser Artikel wird Sie anleiten, die Signale Ihrer Haut zu entschlüsseln. Wir werden die wahren Gründe für ein maskenhaftes Make-up aufdecken und Ihnen zeigen, wie Sie Ihre Hautbarriere gezielt reparieren und stärken können. Anstatt Ihre Haut zum Schweigen zu bringen, lernen Sie, ihr zuzuhören und ihr genau das zu geben, was sie für ein gesundes, strahlendes Aussehen benötigt – die perfekte Grundlage für jedes Make-up.

Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Diagnose und Heilung Ihrer Hautbarriere. Entdecken Sie, wie Sie die häufigsten Probleme an der Wurzel packen und so die ideale Grundlage für ein natürlich schönes Hautbild schaffen.

Warum brennt Ihre Haut beim Auftragen von Foundation und wie reparieren Sie den Schutzfilm?

Ein brennendes oder stechendes Gefühl beim Auftragen von Make-up ist das lauteste Alarmsignal Ihrer Haut. Es bedeutet, dass Ihre Hautbarriere – der schützende Säureschutzmantel – Lücken aufweist. Durch diese „Löcher“ können Inhaltsstoffe, die auf gesunder Haut harmlos wären, in tiefere Hautschichten eindringen und dort eine Reizreaktion auslösen. Häufige Schuldige sind austrocknende Alkohole (Alcohol denat.), Duftstoffe oder sogar Konservierungsmittel in Produkten. Doch der Hauptverursacher für eine chronisch geschwächte Barriere ist oft unsichtbar und kommt täglich aus dem Wasserhahn: kalkhaltiges, hartes Wasser.

Gerade in vielen Regionen Deutschlands ist der Kalkgehalt im Wasser hoch. Die Mineralien im harten Wasser können den pH-Wert der Haut stören und sich mit den natürlichen Fetten der Haut verbinden, was zu Trockenheit und Reizungen führt. Eine britische Studie zeigt, dass das Ekzemrisiko bei Kindern um bis zu 87 Prozent steigt, wenn sie in Regionen mit hartem Wasser leben. Für Erwachsene bedeutet dieser „Kalk-Stress“ eine ständige Belastung für die Hautbarriere, die sie anfälliger für die Reize aus Kosmetika macht.

Die Reparatur beginnt mit der Minimierung von Reizfaktoren. Das Ziel ist nicht, sofort alle Produkte zu entsorgen, sondern systematisch die Ursache zu finden. Eine sorgfältige Analyse Ihrer Routine und der Inhaltsstoffe ist der erste Schritt zur Heilung.

Ihr 5-Punkte-Plan zur Barriere-Analyse

  1. Kontaktpunkte identifizieren: Notieren Sie alle Berührungspunkte Ihrer Haut mit potenziellen Reizstoffen – Leitungswasser (Gesichtswäsche, Dusche), Kosmetikprodukte, aber auch Hände oder Kissenbezüge.
  2. Produkte inventarisieren: Sammeln Sie alle aktuell verwendeten Produkte (Reiniger, Seren, Cremes, Foundation) und legen Sie deren INCI-Listen (Inhaltsstoffe) bereit.
  3. Inhaltsstoffe abgleichen: Überprüfen Sie die ersten fünf Inhaltsstoffe auf austrocknenden Alkohol (‚Alcohol denat.‘). Achten Sie auf scharfe Tenside wie ‚Sodium Laureth Sulfate‘ (SLES) in Reinigern und die 26 deklarationspflichtigen Duftstoffe am Ende der Liste.
  4. Muster erkennen: Beobachten Sie genau, wann die Symptome (Brennen, Rötung, Spannen) auftreten. Direkt nach dem Duschen? Nach dem Auftragen eines bestimmten Serums? Dies hilft, den Auslöser einzugrenzen.
  5. Reparaturplan erstellen: Ersetzen Sie schrittweise identifizierte Reizstoffe durch barrierefreundliche Alternativen. Integrieren Sie gezielt beruhigende und reparierende Wirkstoffe wie Ceramide, Niacinamid und Panthenol.

Ein intakter Schutzfilm ist die Basis für alles Weitere. Er sorgt nicht nur für Komfort, sondern auch dafür, dass pflegende Wirkstoffe optimal aufgenommen werden können, anstatt Reizungen zu verursachen.

Wie entfernen Sie Make-up und Sonnenschutz restlos, ohne die Haut auszutrocknen?

Eine der grössten Herausforderungen für die Hautbarriere ist die tägliche Reinigung. Einerseits müssen Make-up, Talg und vor allem hartnäckiger mineralischer Sonnenschutz gründlich entfernt werden, um Unreinheiten zu vermeiden. Andererseits entziehen aggressive Reinigungsmethoden der Haut wertvolle Lipide und trocknen sie aus, was die Barriere weiter schwächt – ein Teufelskreis. Insbesondere in Kombination mit dem bereits erwähnten harten Wasser in Deutschland kann eine falsche Reinigung zu Spannungsgefühlen und Trockenheit führen.

Die Lösung kommt aus der koreanischen Hautpflege und ist perfekt auf die hiesigen Bedingungen adaptierbar: die Doppelreinigung (Double Cleansing). Diese Methode nutzt zwei verschiedene Reinigungsphasen, um die Haut ebenso sanft wie effektiv zu säubern. Der Clou liegt im Prinzip „Gleiches löst sich in Gleichem“.

Im ersten Schritt wird ein Reinigungsöl oder -balsam auf die trockene Haut aufgetragen. Das Öl löst mühelos fettlösliche Substanzen wie Make-up, Talg und die mineralischen Filter von Sonnencremes (Zinkoxid, Titandioxid). Erst danach wird Wasser hinzugefügt, wodurch das Öl zu einer milchigen Emulsion wird und sich leicht abspülen lässt.

Makroaufnahme von emulgierendem Reinigungsöl, das auf der Haut zu einer milchigen Textur wird

Im zweiten Schritt folgt ein milder, pH-neutraler, wasserbasierter Reiniger (ein Gel oder Schaum). Dieser entfernt nicht nur die letzten Ölreste, sondern auch wasserlöslichen Schmutz und, ganz entscheidend, die Kalkablagerungen des Leitungswassers. Das Ergebnis ist eine tiefengereinigte Haut, deren Lipidbarriere intakt bleibt. Sie fühlt sich sauber an, aber nicht „quietschig“ oder gespannt.

Die richtige Reinigung ist keine lästige Pflicht, sondern die erste pflegende Massnahme des Tages, die den Grundstein für eine gesunde, aufnahmefähige Haut legt.

Feuchtigkeit oder Fett: Was braucht Ihre Haut unter dem Make-up wirklich?

Ein häufiger Fehler bei der Vorbereitung der Haut auf das Make-up ist die Annahme, dass „viel hilft viel“. Eine zu reichhaltige Creme kann dazu führen, dass die Foundation rutscht, während eine zu leichte Pflege nicht ausreicht, um Trockenheitsfältchen zu glätten, was zu einem „cakey“ Look führt. Die entscheidende Frage ist: Leidet Ihre Haut an Feuchtigkeitsmangel (Dehydrierung) oder an Fettmangel (Trockenheit)? Dies sind zwei unterschiedliche Zustände, die verschiedene Lösungen erfordern.

Eine feuchtigkeitsarme Haut kann jeden Hauttyp betreffen, auch öligen. Ihr fehlt Wasser. Sie fühlt sich oft spannig an, sieht fahl aus und neigt zu feinen Knitterfältchen. Hier sind wasserbindende Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure, Glycerin oder Panthenol entscheidend. Eine trockene (lipidarme) Haut hingegen produziert zu wenig eigene Fette (Lipide). Sie ist oft rau, schuppig und neigt zu Juckreiz. Sie benötigt lipidreiche Inhaltsstoffe wie Ceramide, Squalan oder Sheabutter, um ihre Schutzbarriere wieder aufzubauen. Ceramide sind dabei besonders wichtig, denn sie sind die „Mörtel“ zwischen den „Ziegelsteinen“ unserer Hautzellen. Eine Studie bestätigt, dass etwa 50 % der Lipide in der obersten Hautschicht aus Ceramiden bestehen.

Die richtige Pflege unter dem Make-up muss also gezielt auf den Hautzustand und zusätzlich auf die saisonalen Bedingungen in Deutschland abgestimmt sein – wie trockene Heizungsluft im Winter oder hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer.

Hautpflege-Matrix: Die richtige Basis für deutsches Klima
Hautzustand Symptome Winterpflege (Heizungsluft) Sommerpflege (Schwül)
Feuchtigkeitsarm Spannungsgefühl, feine Linien, matter Teint Hyaluronsäure-Serum + mittelschwere Creme mit Ceramiden Leichtes Hyaluron-Gel + Feuchtigkeitsfluid
Trocken (Lipidarm) Schuppung, Rauheit, Juckreiz Reichhaltige Creme mit Squalan + Gesichtsöl Leichte Lipid-Emulsion mit Ceramiden
Kombination Ölige T-Zone, trockene Wangen Zonenpflege: T-Zone Gel, Wangen Creme Leichtes Gel für gesamtes Gesicht

Indem Sie Ihrer Haut genau das geben, was sie braucht, schaffen Sie eine glatte, pralle und ausgeglichene Oberfläche – die perfekte Leinwand, auf der Make-up haften kann, ohne sich abzusetzen oder zu verrutschen.

Das „Glass Skin“ Risiko: Warum zu viele Säuren Ihre Haut dünn und empfindlich machen

Der Wunsch nach einem porenlosen, spiegelglatten „Glass Skin“-Teint, befeuert durch Social-Media-Trends, hat zu einem exzessiven Gebrauch von chemischen Peelings geführt. Fruchtsäuren (AHA), Salicylsäure (BHA) und Retinoide sind potente Werkzeuge, können bei falscher Anwendung die Hautbarriere jedoch regelrecht abtragen. Eine Über-Exfolierung führt dazu, dass die Haut dünner, empfindlicher und anfälliger für Rötungen und Reizungen wird – das genaue Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen.

Das Problem ist nicht die Säure an sich, sondern die Frequenz und Kombination. Viele Anwender mischen täglich verschiedene hochkonzentrierte Produkte, ohne der Haut die nötige Zeit zur Regeneration zu geben. Dies führt zu einem permanenten Reizzustand. Die Haut verliert ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, und reagiert auf Produkte, die sie früher gut vertragen hat. Der vermeintliche „Glow“ ist oft nur der Glanz einer irritierten, entzündeten Hautoberfläche.

Symbolischer Vergleich zwischen einer gesunden Haut mit natürlichem Schimmer und einer über-exfolierten, künstlich glänzenden Haut

Intelligente Pflege bedeutet, Säuren strategisch und gezielt einzusetzen, nicht nach dem Giesskannenprinzip. Die Berliner Dermatologin und Autorin Dr. Yael Adler warnt vor dem unkritischen Folgen von Social-Media-Trends. In der Apotheken Uschau erklärt sie:

Es ist gut und wichtig, sich mit Inhaltsstoffen auseinanderzusetzen, da sollten die Menschen mündiger werden. Skinfluencern fehle aber oft die medizinische Ausbildung, das Verständnis über die Hautphysiologie und eine wirklich fachliche Expertise.

– Dr. Yael Adler, Dermatologin und Autorin aus Berlin

Ein strukturierter Plan, der aktive Wirkstoffe mit ausreichend Ruhetagen kombiniert, ist der Schlüssel zu einer gesunden Erneuerung ohne Schäden. Anstatt die Haut täglich zu fordern, geben Sie ihr Zeit, sich zu erholen und die positiven Effekte der Behandlung zu verarbeiten.

Weniger ist oft mehr. Ein gesunder, widerstandsfähiger Teint wird nicht durch Aggression, sondern durch eine respektvolle und geduldige Pflege erreicht, die die natürlichen Regenerationsprozesse der Haut unterstützt.

Wann braucht Ihre Haut mehr Klärung und wann mehr Pflege im Monatsverlauf?

Haben Sie bemerkt, dass Ihre Haut an manchen Tagen öliger ist und zu Unreinheiten neigt, während sie an anderen trocken und empfindlich wirkt? Das ist kein Zufall. Besonders bei Frauen unterliegt die Haut einem natürlichen Rhythmus, der eng mit dem Menstruationszyklus verbunden ist. Die schwankenden Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron beeinflussen direkt die Talgproduktion und die Barrierefunktion. Eine intelligente Hautpflege passt sich diesen Veränderungen an, anstatt stur jeden Tag dieselbe Routine zu verfolgen.

Man kann den Zyklus grob in zwei Phasen unterteilen, was die Hautpflege betrifft:

  • Phase 1 (ca. 1.-14. Tag – Follikelphase): Nach der Periode steigt der Östrogenspiegel. Die Haut ist in dieser Zeit meist am besten: gut durchfeuchtet, prall und relativ unproblematisch. Dies ist die ideale Zeit für pflegende, aufbauende Wirkstoffe, Feuchtigkeitsmasken und sanfte Stimulation.
  • Phase 2 (ca. 15.-28. Tag – Lutealphase): Nach dem Eisprung sinkt das Östrogen und das Progesteron dominiert. Dies kurbelt die Talgdrüsen an. Studien zeigen, dass in dieser Phase die Talgproduktion um bis zu 30 % ansteigen kann. Die Haut neigt zu Glanz, verstopften Poren und entzündlichen Unreinheiten. Jetzt sind klärende, aber sanfte Massnahmen gefragt, wie eine milde BHA-Lotion oder eine Heilerdemaske.

Während der Menstruation selbst sind die Hormonspiegel am niedrigsten, was die Haut oft trockener, fahler und empfindlicher macht. In diesen Tagen sollte der Fokus auf maximaler Beruhigung und Barrierepflege mit Inhaltsstoffen wie Panthenol oder Ceramiden liegen. Indem Sie Ihre Routine an diesen natürlichen Rhythmus anpassen, können Sie hormonell bedingte Hautprobleme präventiv behandeln, anstatt nur reaktiv darauf zu reagieren. Das Make-up wird es Ihnen mit besserer Haltbarkeit und einem ebenmässigeren Finish danken.

Zyklusbasierte Hautpflege ist die ultimative Form der personalisierten Pflege. Sie hören auf die Signale Ihres Körpers und geben Ihrer Haut proaktiv, was sie in jeder Phase benötigt.

Welche 3 Nährstoffe fehlen Ihnen, wenn Ihr Haar glanzlos und brüchig wird?

Eine gesunde Hautbarriere ist nicht nur eine Frage der äusseren Pflege, sondern auch ein Spiegelbild unserer inneren Nährstoffversorgung. Die gleichen Bausteine, die für eine widerstandsfähige Haut notwendig sind, sind auch fundamental für starkes, glänzendes Haar und feste Nägel. Wenn Ihr Make-up nicht hält, weil die Haut darunter unausgeglichen ist, und gleichzeitig Ihr Haar an Glanz verliert, deutet dies oft auf einen Mangel von innen hin. Anstatt nur die Oberfläche zu behandeln, ist ein Blick auf die Ernährung essenziell.

Drei Nährstoffe spielen eine besonders zentrale Rolle für das gesamte „Haut-Haar-Nagel“-System:

  • Zink: Dieses Spurenelement ist ein wahrer Alleskönner. Es ist an der Zellteilung und Wundheilung beteiligt und reguliert die Talgproduktion. Ein Zinkmangel kann zu einer gestörten Barrierefunktion, schlechterer Wundheilung und Haarausfall führen. Gute Quellen sind Kürbiskerne, Haferflocken und Linsen.
  • Omega-3-Fettsäuren: Diese essenziellen Fette sind ein direkter Bestandteil unserer Hautlipide. Sie wirken stark entzündungshemmend und helfen, die Barriere geschmeidig und intakt zu halten. Ein Mangel führt zu trockener, schuppiger Haut und sprödem Haar. Wertvolle Lieferanten sind Leinöl, Walnüsse und fettreicher Fisch wie Hering oder Lachs. Für Veganer ist Algenöl eine hervorragende Quelle.
  • Biotin (Vitamin B7): Biotin ist unerlässlich für die Synthese von Keratin, dem Hauptprotein von Haaren und Nägeln. Es spielt auch eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel der Haut. Ein Mangel ist selten, aber eine suboptimale Versorgung kann zu brüchigen Nägeln und Haaren führen. Eier, Nüsse und Hülsenfrüchte sind reich an Biotin.

Die Konzentration auf diese Nährstoffe ist eine Form der „Pflege von innen“. Sie adressiert die Ursachen von Haut- und Haarproblemen auf einer fundamentalen Ebene und unterstützt die Effekte Ihrer äusseren Pflegeroutine. Ein gesunder Körper ist die Basis für eine gesunde Ausstrahlung.

Wahre Schönheit und Gesundheit beginnen im Inneren. Eine nährstoffreiche Ernährung ist die wirksamste und nachhaltigste Grundlage für einen strahlenden Teint und kräftiges Haar.

Warum wirkt Ihr Make-up im Neonlicht des Büros plötzlich fleckig?

Sie verlassen morgens das Haus mit einem perfekten Teint, doch am Nachmittag im Büro offenbart der Blick in den Spiegel ein fleckiges, müdes Hautbild. Die Foundation scheint sich in Fältchen abzusetzen oder an trockenen Stellen zu kleben. Schuld daran ist nicht nur das unvorteilhafte, kühle Licht von Neonröhren und LEDs, das jede Textur gnadenlos betont. Die Hauptursache ist der oxidative Stress, dem unsere Haut im Büroalltag ausgesetzt ist.

Stundenlange Bildschirmarbeit bedeutet eine konstante Belastung durch blaues Licht (HEV-Licht). Dieses hochenergetische Licht dringt tief in die Haut ein und erzeugt freie Radikale, die die Zellstrukturen und die Hautbarriere schädigen. Eine Studie mit deutschen Büroangestellten zeigte, dass 8 Stunden Bildschirmarbeit die oxidative Belastung der Haut um 40 % erhöht. Dieser Stress führt dazu, dass die Haut Feuchtigkeit verliert, die Talgproduktion aus dem Gleichgewicht gerät und die Foundation nicht mehr ebenmässig haftet. Hinzu kommt oft trockene Heizungs- oder Klimaanlagenluft, die der Haut zusätzlich Wasser entzieht.

Die Lösung liegt darin, die Haut morgens mit einem Schutzschild auszustatten und diesen über den Tag zu erneuern. Antioxidantien-reiche Seren mit Vitamin C, Niacinamid oder speziellen pflanzlichen Extrakten wie Schmetterlingsflieder können die freien Radikale neutralisieren. Ein feuchtigkeitsspendender Gesichtsspray (Face Mist) ist der perfekte SOS-Helfer für den Schreibtisch, um die Haut zwischendurch aufzufrischen und den Make-up-Film wieder geschmeidiger zu machen.

Auch die Wahl des Make-up-Finishs spielt eine Rolle, wie die folgende Übersicht zeigt:

Make-up-Finish für verschiedene Lichtbedingungen
Lichtquelle Effekt auf Make-up Empfohlenes Foundation-Finish SOS-Tipp fürs Büro
Neonlicht/LED Betont Texturen und Trockenheitsfältchen Satin oder Natural Glow Hydrating Face Mist alle 2-3 Stunden
Tageslicht Zeigt wahre Farben Je nach Hauttyp frei wählbar Blotting Papers für T-Zone
Warmes Kunstlicht Kaschiert Unebenheiten Matte bis Satin Minimales Touch-up mit Puder

Mit dem richtigen Schutz und kleinen Auffrischungsritualen übersteht Ihr Teint den Bürotag genauso strahlend, wie er begonnen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Make-up als Diagnose-Tool: Die Art, wie Ihre Foundation sitzt, ist ein direktes Feedback über den Gesundheitszustand Ihrer Hautbarriere – nutzen Sie es.
  • Barriere-Heilung vor Abdeckung: Konzentrieren Sie sich auf die Ursachen (gestörte Barriere, falsche Pflege) statt nur auf das Kaschieren der Symptome (Fleckigkeit, Brennen).
  • Weniger ist mehr: Eine strategische, sanfte Pflege mit ausreichend Ruhetagen ist effektiver als der aggressive, tägliche Einsatz von starken Wirkstoffen wie Säuren.

Wie erreichen Sie den „No-Make-up“-Look, ohne ungeschminkt müde auszusehen?

Das ultimative Ziel einer gesunden Hautpflege ist nicht, eine perfekte Oberfläche für schwere Make-up-Schichten zu schaffen. Es ist, einen Teint zu erreichen, der so gesund, ebenmässig und strahlend ist, dass er kaum noch etwas zu verbergen hat. Der „No-Make-up“-Look ist weniger eine Schminktechnik als vielmehr das Ergebnis einer konsequenten und intelligenten Hautpflege. Es geht darum, die natürliche Schönheit der Haut zu betonen, anstatt sie zu überdecken.

Wenn die Hautbarriere intakt ist, die Haut gut durchfeuchtet und mit Lipiden versorgt ist, wirkt sie von allein prall und glatt. Rötungen gehen zurück, die Porengrösse erscheint verfeinert und der Teint hat einen natürlichen „Glow“. Anstatt zu einer deckenden Foundation zu greifen, reichen dann oft schon wenige, gezielte Produkte aus, um frisch und wach auszusehen: ein Hauch Concealer unter den Augen, getönte Augenbrauengel, ein Creme-Rouge für einen gesunden Farbtupfer und eine pflegende Lippenfarbe.

Ein wachsender Trend, der diesen Ansatz perfekt verkörpert, sind Hybrid-Produkte, die Hautpflege und Make-up vereinen. Diese „Skincare-Make-up“-Produkte bieten eine leichte, natürliche Deckkraft und enthalten gleichzeitig hochwirksame pflegende Inhaltsstoffe.

Fallstudie: Skincare als Make-up bei deutschen Marken

Deutsche Beauty-Marken wie JACKS beauty line setzen auf diesen Hybrid-Ansatz. Ihre „Glow Foundation“ kombiniert hautpflegende Wirkstoffe wie Niacinamid (stärkt die Hautbarriere), Squalan (bewahrt Feuchtigkeit) und Bisabolol (beruhigt) mit einer leichten, ausgleichenden Deckkraft. Interne Tests der Marke zeigen, dass diese Formulierungen bei 85% der Anwenderinnen zu einem natürlicheren, weniger maskenhaften Ergebnis führen, weil sie mit der Haut arbeiten, anstatt nur auf ihr zu liegen.

Der Weg zum perfekten „No-Make-up“-Look führt also unweigerlich über die Heilung und Pflege der Hautbarriere. Wenn Sie aufhören, gegen Ihre Haut zu kämpfen, und anfangen, mit ihr zu arbeiten, werden Sie feststellen, dass Sie immer weniger Produkte benötigen, um sich wohl und schön zu fühlen.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Hautbarriere zu heilen. Es ist der nachhaltigste und befriedigendste Weg zu einem Teint, der seine eigene, natürliche Schönheit nicht mehr verstecken muss.

Geschrieben von Miriam Al-Fayed, Professionelle Make-up Artistin für Film und Fernsehen, spezialisiert auf HD-taugliche Looks und Hautvorbereitung. Expertin für Teint-Optimierung, Produktchemie und effiziente Schminkroutinen.